Demokratie in der Schule - Schule der Demokratie
                 
                                                                                           
Israelreise

Beit Berl College

Wie wird das Thema »Demokratie in der Schule« in anderen Regionen der Welt behandelt? Diese Frage führte uns in die östliche Mittelmeerregion, nach Israel. Welche Rolle würde hier Demokratie in den Schulen spielen können und wie würde das hier umgesetzt werden?
Eine ganze Delegation aus Schülervertretern, Wissenschaftlern, Schulbuchmachern, Lehrplangestaltern und Fortbildnern machte sich auf den Weg, um das herauszufinden. Gastgeber war das Beit Berl Academic College.

Arabische Schule / Demokratische Schule
Mikrofon

David Witzthum

Gesprächsfragmente November 2010 in Tel Aviv:



David Witzthum
Kurt Edler

Erfahrungsbericht von Kurt Edler

Im Haus des Buches

Aus Israel bin ich sehr deprimiert zurückgekommen. Wir waren demokratische Schulen besuchen, aber wieder einmal ist mir deutlich vor Augen getreten, dass es in einem Kontext von Bad Governance kein wirklich gedeihliches Schulwesen geben kann. Selbst über den freiesten, friedlichsten Schulen liegt wie ein Fluch die verkorkste Politik. „Wir sind“, sagt uns in unserem Hotel in Tel Aviv der Fernsehmoderator David Witztum voller Bitterkeit, „keine Gesellschaft, sondern eine Ansammlung von Stämmen“.

Es ist immer wieder derselbe Reflex. Wir betreten voller Ehrfurcht ein Schulgebäude, werden freundlich empfangen, hören den Referenten aufmerksam zu, die uns von der Demokratieerziehung erzählen - und dann kommt die bohrende Frage aus dem Raum: Und wo sind die anderen? Warum gibt es hier keine Araber, dort keine Juden? Und unsere Gastgeber haben keine plausible Antwort...

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Bernd Schreier

Erfahrungsbericht von Bernd Schreier

Demokratie zwischen Idealisierung, Wertekonflikten und militärischen Überlebensstrategien

Seit ich denken kann, begleitet mich der Begriff Demokratie. Allmählich begreife ich was sie bedeutet, wie vielfältig sie konkret gestaltet sein kann, gerade auch in der Schule, und worin ihre Gefährdungen liegen. Die Projektfahrt nach Israel im November 2010 habe ich wie einen Schnelldurchgang durch meine persönliche Demokratiegeschichte empfunden, polarisierend, herausfordernd und Fragen aufwerfend, die ich nicht einfach beantworten kann. In meiner Schulzeit in den 50er Jahren habe ich gelernt, dass Demo-kratie in der Schule und im Leben bedeutet „Einer für alle, alle für einen“. Es ist eine idealistische Harmoniekonzeption, die ich als Wertvorstellung auch in Israel wiederge-funden habe, vertreten von idealistischen Demokratietheoretikern, die ihre Praxis in den Schulen so gestalten. Aber ich habe auch anderes gesehen...

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Jan Hofmann

Erfahrungsbericht von Jan Hofmann

Demokratie zwischen Idealisierung, Wertekonflikten und militärischen Überlebensstrategien

Israel im Herbst 2010, das war ein ungewöhnlich warmes Land, die Durchschnittstemperaturen lagen weit über dem sonstigen Mittel. Das mediterrane Klima und die Unkompliziertheit aller Begegnungen verführten ständig dazu, die schwierige Situation dieses Landes, den Friedensprozess und die Spannungen zwischen Juden, Christen, Drusen und Muslimen zu vergessen. Doch egal, ob man am Abend die bewaffneten Patrolienboote der israelischen Marine vom Tel Aviver Strand aus sah, die Mauer zwischen den palästinensischen und den jüdischen Gebieten Israels oder die Stellungen der Hamas gleich hinter der Grenze nach Libanon, der Nahe Osten und seine alltäglichen Gefahren begleiten den Reisenden in jeder Minute. Im klimatisierten Reisebus den Jordan zu queren, um gleich danach einen der symbolhaftesten und geschundensten Orte der Welt, die Golanhöhen, zu besuchen, war ein fremdartiges aber auch berauschendes Erlebnis. Ich fühlte einfach viel zu viel Geschichte auf viel zu wenig Raum. Neben diesen Gefühlen sind es die Splitter von Erinnerungen an Begegnungen in Schulen, die den Wert dieser Reise für mich ausmachten...

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Dirk Sadowski

Erfahrungsbericht von Dirk Sadowski

Reiseeindrücke

Auch nach zwanzig Jahren Israel-Erfahrung sowie privater wie beruflicher Verbundenheit mit dem Land und seinen Menschen war diese Reise etwas Besonderes für mich. Woran das lag? – Vielleicht daran, dass sich unwillkürlich die Perspektive ändert, wenn man in der Gruppe reist und gleichsam auch mit den Augen der anderen auf etwas blickt, das einem bisher doch recht vertraut erschien. Vielleicht auch daran, dass die Begegnungen unerwarteter waren, konzentrierter, vielfältiger und sie sich nicht auf die Gespräche mit den alten Tel Aviver Freunden und akademischen Kollegen – die ich gleichwohl sehr schätze – beschränkten. Vielleicht war der Grund auch, dass mir doch das eine oder andere nicht (mehr) so bewusst war, weil ich manches vergessen oder doch so noch nicht gesehen oder gehört hatte. Vielleicht war es aber auch ein bisschen – ganz banal – die Erfahrung, an Novemberabenden bei sommerlichen Temperaturen auf den Freisitzen von Tel Aviver Bars und Kneipen im kurzen Hemd ein „Goldstar“-Bier genießen zu können, ein Erlebnis, das auch dem geübten Israelreisenden nicht jedes Jahr zuteilwird: Der levantinische Winter setzte heuer sehr spät ein; fast schien es, als ob er ganz ausbleiben wolle – zum Kummer der unter der Trockenheit leidenden Landeskinder...

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Wilfried Kühner

Erfahrungsbericht von Wilfried Kühner

Demokratische Schulentwicklung

Das Thema "demokratische Schulentwicklung" hatte uns im November 2010 für mehrere Tage von Deutschland nach Israel geführt. Und schon nach wenigen Hospitationen und Gesprächen war klar: Israel ist ganz anders, auch Israel hat kein "Patentrezept" und dennoch bietet dieses Land bei all seiner Heterogenität und "Zerrissenheit" viele gute Beispiele für die Ausgestaltung demokratischer Schulkultur.

Beispiel 1
Identität schafft die Grundlage für Verantwortungsübernahme
Die Demokratische Schule in Kfar Saba zeigt, wie es gelingen kann, alle Beteiligten unter einem pädagogischen Dach zu versammeln. Das heißt, sie beteiligt Lehrer, Eltern und Schüler gleichermaßen an der Formulierung und Pflege des pädagogischen Profils, so dass allen bewusst ist: "Das ist unsere Schule!"...

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Siegrfried Eisenmann

Erfahrungsbericht von Siegrfried Eisenmann

„Demokratie in israelischen Schulen“ – Persönliche Eindrücke einer Israelreise

Eine der interessantesten Erfahrungen der Israelreise war die Begegnung mit der Viel-fältigkeit des dortigen Schulwesens. Eine Vielzahl unterschiedlicher Schulprofile, päd-agogischer Leitbilder, religiöser Orientierungen, ethnischer Hintergründe und Schul-formen im Kontrast zum vergleichsweise einheitlichen deutschen Schulsystem führten zu der Frage „Wie kann das funktionieren?“. Ein wesentlicher Aspekt spielt dabei der Ansatz, Schulen demokratisch zu organisieren und ihnen eine (Teil-)Autonomie zu ge-statten. Auch in Deutschland/Sachsen-Anhalt stehen Bemühungen um eine erweiterte Schulautonomie derzeit auf dem Programm und manifestieren sich z. B. in der inhaltli-chen Ausrichtung des Landesinstituts für Schulqualität und Lehrerbildung Sachsen-Anhalt. Die Erfahrungen in Israel zeigen, dass ein Zusammenwirken von Lehrerbildung, Qualitätsmanagement und Schulentwicklung der richtige Weg zu einer demokratischen und zunehmend autonomeren Schule ist...

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Ingo Wachtmeister

Erfahrungsbericht von Ingo Wachtmeister

"Schule in der Demokratie - Demokratie in der Schule"

Als ich das erste Mal davon hörte, dass ich an einer Reise mehrerer Lehrer- fortbildungsinstitute zum Thema: "Schule in der Demokratie - Demokratie in der Schule" teilnehmen könnte, dachte ich: “Gut, wichtiges Thema, aber warum ausgerechnet nach Israel?“ Damals hielt ich es für naheliegender, zum Beispiel nach Skandinavien zu reisen - aber nach Israel? Im Nachhinein kommen mir meine Zweifel sehr naiv vor. Jetzt sage ich jedem: Fahr hin - sieh es dir an!

Natürlich ist Israel ein besonderes Land in einer außergewöhnlichen Situation. Jedes einzelne Erlebnis beantwortet eine Frage und stellt zugleich eine neue. Viele Eindrücke waren einfach überwältigend. Ein ganz außergewöhnliches Erlebnis war der Besuch in der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem...

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Reiseberichte

Autonome Schulen
Einleitung
Autonome Schulen in weltlicher und religiöser Ausformung, eine demokratische Einwanderungsgesellschaft, die sich in „Stämme“ ausdifferenziert und Shabbat auf jüdischorthodox und arabisch: Die dritte Schulleiter-Konferenz in Israel führte mitten in Israels Vielfalt - und räumte dabei auch mit Klischees auf.
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Professional Development Schools
Jüdisch und Arabisch
Wie im Unterricht an so genannten Professional Development Schools Lehramtsstudenten Schülern helfen und warum sich Ex-Militärs in einer Zweitkarriere zum Lehrer ausbilden lassen. Und: „Spontan-chaotisch“ versus „rigider“: Wie sich jüdisch-arabische Kulturunterschiede am Schulklima bemerkbar machen.
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Leo Baeck Zentrum
Demokratiepädagogik - weltlich und spirituell
Schulalltag auf Basisdemokratisch: In der Demokratischen Schule bestimmen die Schüler ihre Regeln im Parlament selbst, machen Wahlkampf für Komitees und stimmen sich mit ihrem Lehrer-Mentor ab. Die persönliche Verantwortung schulen: Das Leo Baeck Zentrum lässt die zukünftige Elite Verantwortungsbewusstsein und Versöhnung lernen und leben.
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Education City
Von Basisdemokratie bis Verantwortungsübernahme und Führungsbereitschaft
Was Demokratische Pädagogik in der Schule alles bedeuten kann. Von der Schule zur „Education City“: Wessen Aufgabe Erziehung und Bildung ist und wer sich daran beteiligt.
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